Gersfelder Metallwaren GmbH stellt Insolvenzantrag – Geschäftsbetrieb wird fortgesetzt

Silvio Höfer, Turmandach Zeh

Pressemeldungen, Automobil, Insolvenzverwaltung

29. Oktober 2026

  • Amtsgericht Fulda bestellt Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter
  • Geschäftsbetrieb des mittelständischen Zulieferers aus der Rhön wird fortgesetzt
  • Belegschaft wurde auf einer Mitarbeiterversammlung über den aktuellen Stand informiert
  • Gute Chancen für eine Sanierungslösung dank hervorragender Produkte

Gersfeld (Rhön) / Hannover, 28. Oktober 2026. Die Gersfelder Metallwaren GmbH (GMW) mit Sitz im hessischen Gersfeld (Rhön) bei Fulda hat am 26. Oktober 2026 beim Amtsgericht Fulda einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Silvio Höfer von der Kanzlei Anchor aus Hannover bestellt. Der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Unternehmens aus der präzisionskritischen Metallverarbeitung wird fortgesetzt. Auf einer Mitarbeiterversammlung wurden die Beschäftigten heute über die aktuelle Situation und die weiteren Schritte im vorläufigen Insolvenzverfahren informiert. Zum Stand September 2026 beschäftigt die Gersfelder Metallwaren GmbH 145 Arbeitnehmer sowie vier Auszubildende. „Unser oberstes Ziel ist es, den laufenden Geschäftsbetrieb nahtlos zu stabilisieren und gemeinsam mit den Kunden und Lieferanten stabil fortzuführen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in der heutigen Versammlung signalisiert, dass sie diesen Weg tatkräftig unterstützen, was eine wesentliche Voraussetzung für die anstehende Sanierung ist“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Silvio Höfer.

Über 50 Jahre Erfahrung in der präzisionskritischen Metallverarbeitung

Die Gersfelder Metallwaren GmbH wurde im Jahr 1970 gegründet und besteht damit seit über 50 Jahren. Am Standort in Gersfeld fertigt GMW nach Kundenzeichnung sowohl Serienteile als auch Kleinserien, darunter Drehteile, Rohr- und Drahtbiegeteile sowie Schweiß- und Montagebaugruppen. Zum Produktspektrum gehören Schalthebel für Pkw und Nutzfahrzeuge, Abgashalterungen und Abgasklappen zur Akustikoptimierung, Gasgestänge für Landmaschinen sowie Zahnräder und Antriebselemente für die Robotik und den Maschinenbau. Die wesentlichen Produktionsverfahren wie Zerspanen, Umformen, Verbinden, Schweißen, Montieren und der Werkzeugbau erfolgen im eigenen Haus.

Hauptabnehmer sind Automobilhersteller und deren Systemlieferanten sowie Unternehmen aus dem Landmaschinen- und Maschinenbau. Zu den wesentlichen Kunden zählen unter anderem Boysen, Faurecia beziehungsweise Purem, John Deere, KUKA und Willi Elbe. Teile gehen darüber hinaus in den Export nach China. Nach über 42 Mio. EUR im Jahr 2017 sank der Umsatz auf 32,2 Mio. EUR  (2024) und 2025 vorläufig auf 26,73 Mio. EUR. Daneben hält das Unternehmen über die hundertprozentige Tochtergesellschaft GMW International GmbH mittelbar sämtliche Anteile an der GMW Romania S.R.L. im rumänischen Arad, deren Produktion derzeit eingestellt und bis Ende 2026 nach Gersfeld rückverlagert wird.

Rückläufige Nachfrage im Automotive-Sektor als Krisenursache

Die wirtschaftliche Lage der Gersfelder Metallwaren GmbH hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Hauptursachen sind eine rückläufige Nachfrage im Automotive-Sektor, geopolitische Unsicherheiten sowie eine insgesamt sinkende Investitionsbereitschaft. Da die Kundenbasis stark auf den Automobilbereich ausgerichtet ist, traf der rückläufige Markt für das Hauptprodukt Abgasklappen das Unternehmen empfindlich. Zusätzlich belastete im Geschäftsjahr 2024 eine außerordentliche Abschreibung auf die Beteiligung an der rumänischen Tochtergesellschaft GMW Romania S.R.L. in Höhe von rund 5,2 Millionen Euro das Jahresergebnis. Zur Gegensteuerung hatte die Geschäftsführung im Jahr 2026 ein Sanierungsgutachten beauftragt, externe Restrukturierungsberater hinzugezogen und seit Mitte 2026 intensive Gespräche mit den finanzierenden Banken geführt.

Gute Sanierungschancen durch hervorragende Produkte

Trotz der angespannten Lage im klassischen Automobilzulieferbereich sieht der vorläufige Insolvenzverwalter gute Perspektiven für den Erhalt des Unternehmens. Silvio Höfer verschafft sich derzeit mit seinem Team vor Ort einen detaillierten Überblick über die wirtschaftliche Lage und prüft die Sanierungsoptionen. „Ich bin optimistisch, dass wir für die Gersfelder Metallwaren GmbH eine tragfähige Sanierungslösung erreichen können. Das Unternehmen verfügt über eine hohe Fertigungskompetenz und über hervorragende Produkte im Bereich der Robotik und bei Automotive, die großes Potenzial für eine zukunftsfähige Ausrichtung bieten“, betont Rechtsanwalt Silvio Höfer. Da das Unternehmen sämtliche gesetzlichen Größenkriterien erfüllt, wurde zur Begleitung des Verfahrens zudem die Einsetzung eines vorläufigen Gläubigerausschusses beantragt.

Über Anchor

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 200 Mitarbeitenden in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim-Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz und betriebswirtschaftlichem Know-how.

Team Anchor Rechtsanwälte

Silvio Höfer, vorläufiger Insolvenzverwalter
Turmandach Zeh, Rechtsanwalt

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