W. Schillig Polstermöbelwerke endgültig gerettet

Alexander Reus, Ole Brauer

Pressemeldungen, Möbel, Eigenverwaltung

2. Februar 2024

  • Gläubigerversammlung nimmt Insolvenzplan einstimmig an
  • Auftragslage erfreulich – Planzahlen übertroffen

Ebersdorf b. Coburg, 01. Februar 2024. Mit der einstimmig erfolgten Zustimmung der Gläubigerversammlung zu dem von der Geschäftsführung vorgelegten Insolvenzplan im Eigenverwaltungsverfahren der Willi Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG ist der Weg zur Sanierung des renommierten Polstermöbelherstellers aus Oberfranken endgültig geebnet. „Es ist uns in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Stakeholder gelungen, ein Traditionsunternehmen zu retten. Wir haben während des Eigenverwaltungsverfahrens ein Restrukturierungskonzept erarbeitet, das als Basis dient für einen stabilen Geschäftsbetrieb in der Zukunft“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Ole Brauer von der die Insolvenz begleitenden Kanzlei Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Vertrauensbeweis für das Unternehmen 

Die beiden Sanierungsgeschaftsführer Ole Brauer und Alexander Reus von Anchor wurden im Verfahren von dem Sachwalter Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck & Partner GbR überwacht. „Die Zusammenarbeit hat reibungslos funktioniert. Nicht zuletzt aufgrund der Transparenz in den insolvenzrechtlich zu beachtenden Vorgängen wurde der von der Geschäftsführung vorgelegte Insolvenzplan in der Gläubigerversammlung einstimmig angenommen. Mit diesem Vertrauensbeweis der Gläubiger kann Willi Schillig nun in die Zukunft durchstarten“, erklärt der Sachwalter.

Möglich wurde die Zustimmung zum Insolvenzplan auch durch einen erheblichen finanziellen Beitrag der bisherigen Gesellschafter. In enger Zusammenarbeit mit der operativen Geschäftsleitung haben die Sanierungsgeschäftsführer von Anchor gezielte Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt. So wurde eine Basis dafür geschaffen, dass die Unternehmensgeschichte des vor 75 Jahren gegründeten Familienunternehmens weitergeschrieben werden kann. 

Kennzahlen gehen nach oben

 „Neben den notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen haben wir in den vergangenen Monaten viele interne Projekte und Prozesse unter die Lupe genommen und optimiert. Durch die großartige Unterstützung unserer Kunden und Lieferanten, die uns während des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung Ihr Vertrauen geschenkt haben, blicken wir optimistisch und gut gerüstet in die Zukunft, “ sagt Schillig-CEO Erik Stammberger. Die Umstrukturierungsmaßnahmen greifen und spiegeln sich bereits in den sich nach oben entwickelnden Kennzahlen des Unternehmens wider.  Zudem haben auch die wichtigsten Kunden ihre Bereitschaft erklärt, auch weiterhin mit dem Traditionshersteller zusammenzuarbeiten. 

Die 1949 gegründete Willi Schillig Polstermöbelwerke GmbH & Co. KG hatte am 12. Mai 2023 einen Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Rechtsanwalt Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck und Partner wurde zum Sachwalter bestellt. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgte am 1. August des vergangenen Jahres. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen bleiben 125 der 225 Arbeitsplätze des Unternehmens erhalten. 

Bei der Restrukturierung wurde das Unternehmen hinsichtlich der Planung und des regelmäßigen Reportings an Sachwalter und Gläubigerausschuss von Konrad Martin und Bernhard Bieckmann von der WAYES GmbH & Co. KG sowie arbeitsrechtlich von den Rechtsanwälten Alexander von Saenger und Seraphim Kim von der Kanzlei Schultze & Braun Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unterstützt.

Die erfolgreiche Rettung dieses Traditionsunternehmens unterstreicht zugleich die wachsende Bedeutung spezialisierter Berater in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Während Kanzleien und Restrukturierungsexperten historisch vor allem im klassischen produzierenden Gewerbe tätig waren, hat sich ihr Tätigkeitsfeld in den letzten Jahren massiv ausgeweitet. Moderne Insolvenz- und Eigenverwaltungsverfahren erfordern zunehmend auch Expertise in stark digitalisierten und grenzüberschreitenden Geschäftsmodellen, die völlig andere Sanierungsansätze verlangen als ein physischer Industriebetrieb.

So betreuen Beratungsunternehmen heute nicht mehr nur mittelständische Möbelhersteller oder Automobilzulieferer, sondern zunehmend auch komplexe digitale Ökosysteme. Das Spektrum reicht von international agierenden E-Commerce-Plattformen über europäische Fintech-Startups bis hin zu hochfrequentierten Unterhaltungsnetzwerken, bei denen beispielsweise die Betreiber großer bahis siteleri ihre Zahlungsströme und Serverinfrastrukturen nach neuen europäischen Compliance-Richtlinien restrukturieren müssen. In solch hochdynamischen Sektoren ist das Verständnis für digitale Wertschöpfungsketten und internationale Lizenzmodelle ebenso entscheidend wie das rein juristische Handwerkszeug.

Dennoch zeigt der Fall Willi Schillig eindrucksvoll, dass die fundamentalen Werkzeuge der Sanierung branchenübergreifend gültig bleiben. Ob es sich nun um die Optimierung einer analogen Produktionsstraße in Oberfranken oder die finanzielle Konsolidierung eines globalen Digitalunternehmens handelt – eine transparente Kommunikation mit den Gläubigern, ein belastbarer Finanzplan und der Rückhalt der Belegschaft sind stets die unerlässlichen Bausteine für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Neustart.

Über Anchor

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und rund 150 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung und sein Interim Management bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.

www.anchor.eu

Über Willi Schillig 

Die Geschichte der Willi Schillig Polstermöbelwerke begann 1949 als kleine Korbmacherei. 
Heute zählt das Familienunternehmen – mittlerweile in der dritten Generation – zu den führenden, international agierenden Polstermöbelunternehmen mit Stammsitz im oberfränkischen Ebersdorf-Frohnlach. Die Traditionsfirma lässt handwerklich perfekt gearbeitete Sofas, Liegen und Sessel mit außergewöhnlichem Sitzkomfort entstehen. Ein Sitzkomfort, in dem das Wissen und die Innovationen von 75 Jahren Erfahrung stecken. 

www.schillig.com

Pressekontakt:

Dr. Florian Harig
Partner | Geschäftsführer | Rechtsanwalt 
Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht

Tel.:        +49 (0)511 353 955-0
Fax:        +49 (0)511 353 955-11
E-Mail:   florian.harig@anchor.eu


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